Scubattack-Motor reparieren

06. Oktober 2012

Wie im Beitrag zuvor angemerkt, funktionierte der Scubattack-Motor leider nicht mehr – trotz seiner MISB-Konservierung. Man kann versuchen, den Motor zu reparieren, was aber nicht einfach ist. Ich habe es dennoch gewagt. Die größte Schwierigkeit besteht m. E. darin, dass man das Motorengehäuse beim Öffnen (oder besser: Aufbrechen) nicht beschädigt, da die beiden Plastikhälften miteinander verklebt sind. Es grenzt aus meiner Sicht an Glück, wenn man es unbeschädigt hinkriegt.

Ist das Ding aber erstmal auf, dann sieht die Sache schon einmal anders aus. Nach meiner Erfahrung liegt die Ursache für die Fehlfunktion im fehlenden Metallkontakt zum Motor (siehe Kreis). Ich habe die Stelle gelötet und dann die beiden Hälften wieder miteinander verklebt (Sekundenkleber für Plastik).

Motoren aus losen, d.h. gebrauchten Scubattacks waren sehr wahrscheinlich in ihrer ‚Kindheit‘ im Wasser. Da der Scubattack nur bedingt wasserdicht ist, ist der Motor über die Jahre korrodiert, was in den meisten Fällen Funktionsversagen bedeutet. Man kann möglicherweise durch ein heißes Essigbad den Rost lösen, um so den Motor wieder ans Laufen zu kriegen.

Auspackfreuden #004: MotU muss man sich nicht schön saufen

30. August 2012

In lauer Sommernacht…

leech

Je später der Abend, desto schöner die Gäste:

leech2

Auspackfreuden-leider-Kompromisse-machen-müssen #003

04. August 2012

Wenn bereits viele MotU-Vintage-Figuren den Ruf inne haben eine ‚fragile Angelegenheit‘ zu sein, dann gilt das erst recht für dünnes, feingliedriges und mehrteiliges Plastikzubehör – so wie beim Scubattack. Sehr groß ist die Gefahr, dass bald etwas abbricht oder verloren geht, wenn man nicht höllisch aufpasst. Was der Sammlermarkt an losen unbespielten und kompletten Sachen hergibt ist m. E. in puncto Masters-Zubehör (also Tower Tools, Cliff Climber, Weapans Pak usw.) durchaus überschaubar. Gleiches gilt für den Scubattack. Also hilft meistens nur selber auszupacken. Schmerzlich ist dabei jedesmal die Erkenntnis, dass sehr oft dann doch noch Kompromisse gemacht werden müssen (z.B. Motor defekt).

Grayskull kulinarisch

16. Juli 2012

Dass ich zu meiner eigenen Hochzeit einmal ein echte Grayskulltorte bekommen würde, das hätte ich im Leben nicht gedacht. Schön, wer Freunde hat die wissen, welche Hobbies man pflegt. Und natürlich war das gute Stück komplett essbar. Das Gerüst im Torten-Inneren entpuppte sich als zweistöckiger Teller. Das ´Grünzeug´ der Außenfassade bestand aus Zuckerguss. Es war eine äußerst leckere, mehrschichtige Schokoladentorte. Zu gerne hätte ich sie in meine Sammlung gepackt, aber meine Frau zwang mich dazu sie anzuschneiden.
Zur Entstehungsgeschichte: Auf der Suche nach monetärem Einsparpotential kam meine Liebste auf die Idee, die Hochzeitstorte selber zu machen. Dazu wurde alsbald ein sog. ´Team Torte´ einberufen, mit dem Ergebnis, dass wir aus dem Team rausgeworfen wurden. Wenig später war dann auch eine meiner Castle Grayskulls verschwunden sowie zwei ausrangierte Figuren aus meinem Fundus. Wir sollten aus auf eine Überraschung gefasst machen. Die Burg werde zum Backen gebraucht. Alles weitere gehe uns nichts mehr an bis der Hochzeitsabend kommen werde. Und so war’s dann auch: Eine ziemlich gelungene Überraschung!

Rezension: Katrin Ledermann / Ulrich Skambraks: Der Griff nach unseren Kindern – Einblicke in ein (un)heimliches Erziehungsprogramm.

24. Juni 2012

Welches Interesse könnte man heute haben, sich ein über zwanzig Jahre altes Buch zu Gemüte führen, zumal es sich dabei nicht um ein MotU-Buch als solches handelt, sondern um sog. Sekundärliteratur aus dem Bereich der erhobenen Zeigefinger? Vielleicht aus Schadenfreude, dass allen Unkenrufen zum Trotz aus den Kindern von einst – zu denen man ja selber gehört – rechtschaffende Erwachsene geworden sind, die voll im Leben stehen und vielfach eigene Familie haben?!
Jeder Motu-Fan weiß, dass es damals jede Menge Vorbehalte gegenüber den Masters of the Universe gab. Eltern, Lehrer, Pädagogen und Psychologen konnten sich seinerzeit keinen Reim darauf machen, wieso sich diese ‚hässlichen’ Plastikfiguren in kürzester Zeit so großer Beliebtheit erfreuten. Es dauerte nicht lange, bis Fernsehsendungen, Fachzeitschriften und Buchpublikationen sich He-Man & Co. annahmen, um ihnen pädagogisch auf den Zahn zu fühlen. In dieser Linie steht auch das vorliegende Buch ‚Der Griff nach unseren Kindern – Einblicke in ein (un)heimliches Erziehungsprogramm‘ von Katrin Ledermann und Ulrich Skambraks. Es erschien erstmals 1988, zu einer Zeit also, als die Masters of the Universe in Deutschland gerade ihren Zenit überschritten hatten.

Auf den ersten Blick

Schon allein der Titel setzt hohe Erwartungen: Versprochen werden Einblicke in ein programmatisches und absichtsvolles Handeln (Erziehung), welches im Verborgenen bzw. unbemerkt von den Erwachsenen stattfindet (heimlich) und dabei nichts Gutes im Schilde führt (unheimlich). Wer dort am Werke sein soll, wird aber noch nicht offenbart. Das Umschlagbild gibt jedoch erste Aufschlüsse: Wir erkennen sofort Skeletor, der aus dem Fernsehgerät starrt. Hinter dem Bildschirm steht eine muskulöse Gestalt mit Schwert, die an He-Man erinnert. Im Vordergrund grimmt eine bewaffnete, katzenähnliche Kreatur, die ein Verschnitt von Battle Cat oder Panthor sein könnte. Weitere Hexen- und Fabelwesen sind zu erkennen (Verschnitte von Regina Regenbogen, Bibi Blocksberg?). Ihnen gemeinsam ist, dass sie aus dem Fernseher steigen, so als würden sie in die reale Welt der Kinder vordringen wollen. Der Betrachter spürt: Es ist die Spielzeug- und Medienindustrie, die nach ‚unseren’ Kindern greift. Aber den Autoren zufolge ist eigentlich jemand ganz anderes hier am Werke …

Der Ausgangspunkt

Am Anfang ihrer Argumentationen steht der Begriff des new age, basierend auf den theosophischen Schriften von Alice Bailey (1880-1949), einer amerikanischen Esoterikerin. New age ist den Autoren zufolge der Glaube an ein sog. neues Zeitalter, in dem es keine Armut, keine Ausbeutung und keine Kriege mehr gibt. Es ist der Glaube an ein universelles Weltreich, in welchem Friede, Liebe, Harmonie und gegenseitiges Verständnis die menschlichen Beziehungen prägen. Alice Bailey hat – so führen die Autoren weiter aus – den Beginn dieses neuen Zeitalters für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts vorhergesagt. Ihre Informationen will sie aus dem Jenseits bzw. aus einer unsichtbaren Dimension erhalten haben und zwar von kosmischen Meistern, welche die Menschheit erretten wollen. Die Autoren bemerken dazu:
„Die unsichtbare Dimension präsentiert sich als eine Art Warenhaus mit einem recht schillernden Angebot an Übersinnlichem. Eine ‚kosmische Energie’ ist da zu finden, eine ‚ewige Schöpferkraft’ ebenso wie das ‚höchste Bewusstsein’. Dazu kommen aber auch unzählige ‚Geistwesen’, die ihre guten Dienste zur Erhaltung der Menschheit und der Natur zur Verfügung stellen wollen. Unterschiedlichste Gottheiten, ‚positive Kräfte’ oder auch ‚gute Mächte’ stehen bereit, kurzum: ungeheure Kraftquellen, deren ‚Heilenergien’ nun endlich für die sterbenskranke Welt genutzt werden sollen“ (S.29).

Damit das so beschriebene Jenseits unsere Welt erretten kann (damals vor allem: Tschernobyl, Waldsterben, Hungersnöte usw.), müssen gemäß den New-Age-Lehren beide Sphären – also Welt und Jenseits – miteinander verschmelzen. Wie? Indem Menschen durch eigene übersinnliche Erfahrungen (Meditation) in diese unsichtbare Dimension eintauchen. Nur so können die kosmischen Kräfte zur Rettung der ganzen Welt nutzbar gemacht und ein höheres Bewusstsein erlangt werden.

Das erhoffte neue Zeitalter kann sich jedoch nur dann vollends entfalten, wenn möglichst viele Menschen sehr schnell mit diesem Denken und Glauben vertraut gemacht bzw. darin erzogen werden. Schließlich hat es wenig Auswirkungen auf die Welt, wenn nur eine handvoll Anhänger nach den ’neuen‘ Überzeugungen lebt. „Doch eine breite Öffentlichkeit anzusprechen, ist nicht so einfach, besonders, wenn es dabei um religiöse Inhalte geht“ (S.29f) geben Ledermann und Skambraks zu bedenken. Von den Autoren erfahren wir deshalb, dass Alice Bailey einen Zeitplan von den kosmischen Meistern erhalten haben will, wonach ab 1975 über alle verfügbaren Medien, das ausgedehnte Publikum mit den New-Age-Lehren in Berührung kommen sollte.

Der springende Punkt

Aufgeklärt denkende Menschen tun die Lehren von Alice Bailey von vorne herein als Sektiererei ab. Doch das Tragische und zugleich Skurrile dabei ist, dass die Autoren von ‚Der Griff nach unseren Kindern‘ das nicht tun. Sie glauben in der Tat an einen geheimnisvollen Zeitplan. Sie glauben allen Ernstes, dass sich die Prophezeiungen von Alice Bailey am Bewahrheiten sind. Und die Leserinnen und Leser sollen das auch glauben! Sie sind davon überzeugt, dass ab 1975 eine riesige Manipulation der Massen in Gang gebracht wurde, um die Bevölkerung mit Gedankengut des new age zu infizieren. Wie? Durch die zunehmende Verbreitung audiovisueller Medien und durch den damit verbundenen Einstieg ins sog. Bildzeitalter! Kostprobe:

„Um politische Grenzen, religiöse Schranken und sprachliche Barrieren überwinden zu können, bedurfte es einer Universalverständigung, die von Ost nach West, vom Nordpol bis zum Südpol Gültigkeit hat. Seit den siebziger Jahren wird daran mit Hochdruck gearbeitet. Herausgekommen ist eine Propagandamaschine, die rund um den Erdball Tag und Nacht nur eines fabriziert: sprechende und lebende Bilder – Bilder, die jeder versteht, selbst Kinder. Nicht ohne Grund fällt der Start in das Neue Zeitalter zusammen mit dem Einstieg in ein totales Bildzeitalter. Denn nichts eignet sich besser als das ‚sprechende und lebende Bild’, um die zentralen Inhalte dieses neuen Zeitalters an den Mann zu bringen“ (S.29f).

Und weiter:

Oder sollte es nur reiner Zufall sein, daß acht der bisher zehn erfolgreichsten Filme aller Zeiten Zelluloidwerke sind, die mehr oder weniger New-Age-Gedankengut transportieren? Alle Filme wurden nach 1975 gedreht und kamen wenig später auf den weltweiten Kino- und Videomarkt. Das in diesem Zusammenhang zu nennende Hauptwerk, die Filmtrilogie ‚Krieg der Sterne’, entstand ab 1976. Die drei Teile weihten ein weltweites Millionenpublikum in die wichtigsten Themen des Neuen Zeitalters ein“ (S.30).

Der eigentliche Strippenzieher

Star Wars als geheime und absichtsvolle Einführung in das new age? An der Stelle offenbart sich bereits die paranoide Grundlage, auf der die Autoren weitere Ausführungen aufbauen. Aber der Höhepunkt steht noch bevor. Denn für Ledermann und Skambraks ist nicht George Lucas oder die Film- und Medienindustrie als solche der wahre Übeltäter. Es ist kein geringerer als der Teufel selbst! Ja, Luzifer, der gefallene Engel Gottes ist derjenige, der sich gegenüber Alice Bailey seinerzeit als die kosmischen Meister präsentiert haben soll. Den Autoren zufolge steht Satan überhaupt hinter jeglicher Art der (medialen) Verführung und Täuschung. Sie sind überzeugt: „Es wird ein gigantisches Täuschungsmanöver sein mit einem ganz bestimmten Ziel. Und dieses Ziel verfolgt der Gegenspieler Gottes, seit er mit seinen Gefolgsleuten von Gott verstoßen wurde. Satan, den die Bibel auch als ‚Gott dieser Welt’ vorstellt, hat im wesentlichen ein Interesse: Er versucht durch ausgeklügelte Taktiken, Menschen religiös in die Irre zu leiten“ (S.30).

Teufelszeug

Was dann im zentralen Teil des Buches folgt, ist ein Verriss ausgewählter Kinder- und Jugendmedien der 1970er und 1980er Jahre (Filme, Hörspiele, Literatur, Comics, Spielzeug). Ob Regina Regenbogen, die Glücks-Bärchis, Star Wars, Star Trek, E.T., die Ewoks, Bibi Blocksberg, Momo, die unendliche Geschichte, Jan Tenner, Lady Lockenlicht, Transformers, Alf oder auch die Masters of the Universe: Alles Teil eines riesigen Manipulationswerks des Bösen, welches die Seelen (Unterbewusstsein) ‚unserer‘ Kinder zum Ziel hat.
Den Autoren geht dabei mehrfach der ‚biblische Gaul‘ durch. Denn indem regelmäßig Bibelstellen als Beleg für aktuellen Medienentwicklungen präsentiert werden, wird mehr in den Bibeltext hineininterpretiert statt herausgelesen. Exegetisch höchst bedenklich! Pädagogisch handfestes Wissen sucht man in diesem Werk daher auch vergeblich. Dafür findet man viele Bibelstellen, die eine Paranoia schüren und zum Glauben an Jesus Christus bekehren sollen. Pädagogisch zu Wort kommen häufig Autoren aus der ‚theologischen Ecke’ und Interessensvereine. Wissenschaftlich begründete Erkenntnisse spielen keine Rolle.

Was über Masters of the Universe gesagt wird

Auch den Helden Eternias widmet das Buch ein ca. achtseitiges, recht kurzes Kapitel. Verächtlich wird es ‚Vom Schlaffi zum Super-Typ‘ überschrieben.

Zunächst einmal wird pädagogisch bemängelt, dass das Spiel durch das Aussehen der Figuren und des Zubehörs vollkommen vorgeformt sei. Es könne so kein echtes Rollenspiel aus dem Erleben oder der Fantasie der Kinder entstehen. Zudem fördere das Spielen mit He-Man die Gewöhnung an Gewalt, weil sowohl die Guten als auch die Bösen die gleichen Mittel im Kampf benutzten (vgl. S. 204f).

Ich weiß nicht, wie es anderen ergangen ist. Doch wenn ich meine Erinnerungen siebe, dann fallen mir einige Szenen von damals ein, in denen wir höchst phantasievoll mit He-Man und Skeletor gespielt haben. Immer wieder aufs Neue haben wir die Masters in Szene gesetzt – bei Tag, im Dunkeln, im Wasser, an Land, drinnen und draußen. Und gewalttätig ging es dabei nie zu! Und ganz zu schweigen von heute: Woher sollen denn all die wunderbaren Customfiguren und Fanfictions oder die selbst gemachten Hörspiele und Rollenspielkostüme kommen, wenn Masters of the Universe nicht die Fantasie und Kreativität ihrer Schöpfer beflügeln würde?

Doch die eigentliche Bedrohung liegt für Ledermann und Skambraks ganz woanders, nämlich in der angeblichen religiösen Botschaft der Masters of the Universe. Man lese und staune:
„Wie immer man auch die Auswirkungen von Gewalt und Horror in diesem Spielzeugsystem beurteilen mag, die Gefahr liegt in einem ganz anderen Bereich. Dieses geschlossene Spielzeuguniversum ist nämlich nicht ohne Grund eine clevere Mischung aus Märchen, Sage, Mythologie und Science-fiction“ (S. 206).
Dadurch, dass sich Prince Adam mit der Kraft der Zauberin von Grayskull in He-Man verwandelt, glauben die Autoren den Aspekt der Jenseits-Diesseits-Verschmelzung des new age wiederzuerkennen:
Bei den ‚Masters of the Universe’ ist dieses Verschmelzen von Diesseits und Jenseits wieder der Dreh- und Angelpunkt. Wie kein anderes Spielzeugsystem trägt ‚Masters of the Universe’ den zentralen Gedanken des Neuen Zeitalters in Millionen von Kinderzimmer und Kinderseelen – verkörpert in der Hauptfigur He-man“ (S. 206). Ah ja?!

Vorwürfe, dass ‚Masters of the Universe‘-Spielzeug als Elternersatz und Rollenvorbild für ‚Loser’ diene und zudem in okkulte Praktiken einführe, runden das Kapitel feierlich ab (vgl. 208f.).

Schlussbetrachtung

‚Der Griff nach unseren Kindern‘ ist ein Kind seiner Zeit. Es entsteht im Dunstkreis des Esoterik- und Okkultbooms (new age) der 1980er Jahre und deutet viele der neuen mediale Erscheinungen von einst (Privatfernsehen, Computerspiele, Plastikspielzeug) im Lichte dieses Booms. Es geht sich also gehörig selbst auf den Leim. Die Lektüre ist überdies in vielerlei Hinsicht problematisch:

Zunächst einmal ist es kein pädagogisches Buch. Wer glaubt, man findet z.B. einen Ratgeber für die Erziehung von Kindern im Kontext der damals neuen Medien, wird enttäuscht werden. Es präsentiert wenig pädagogisches Faktenwissen, aber jede Menge christliche Weltanschauung. Auch wenn einige Entwicklungen bezüglich des medialen Konsumverhaltens von Kindern zur Entstehungszeit des Buches pädagogisch zweifelhaft oder gar gefährlich sind und zurecht kritisiert werden (z.B. Computerspielsucht), so beschwört ‚Der Griff nach unseren Kindern‘ in missionarischer Selbstgefälligkeit eine paranoide und theologisch höchst fragwürdige Kernaussage: Satan führt mit dem Gott der Bibel einen jenseitigen Kampf, der im Diesseits ausgefochten wird. Die Kinder stehen dabei an vorderster Front, weil sie als schwächste Mitglieder der Menschheit leicht verführbar sind bzw. verführt werden. Der Gegner Gottes greift zu allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen, um die Kinder ins Verderben zu führen – auch und gerade durch ‚Masters of the Universe‘-Spielfiguren. Das zu erkennen, ist Anliegen des Buches.

Fazit

Die Ausführungen von Ledermann und Skambraks widersprechen auf breiter Front dem aufgeklärten Menschenverstand. Ohne Zweifel lassen sich in der Gesellschaft Aufwachsbedingungen vorfinden, die eine Gefährdung für Kinder darstellen. Aber Satan oder ein ’neues Zeitalter‘ dafür verantwortlich zu machen? Das Buch setzt folglich mehr auf Angst statt auf wirkliche Aufklärung. Damals wie heute braucht es einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien (Spielzeug) und nicht deren Verteufelung.

Ärgerlich ist zudem, dass sich ‚Der Griff nach unseren Kindern’ als pädagogisches Buch tarnt, um sich dann ganz unverhohlen als Missionslektüre zu entpuppen. Nichts gegen christlichen Lesestoff! Allerdings sollte er bereits auf dem Einband als solcher erkennbar sein, damit man auch wirklich entscheiden kann, was man lesen möchte und was nicht. Aber das passt zu dem Gesamteindruck des Buchs: Es schleicht durch die missionarische Hintertür und polarisiert unverdrossen. Indem es ausgewählte Bibelstellen zitiert und den weltlichen Entwicklungen wehklagend gegenüberstellt, verleitet es dazu, audiovisuelle Medien einem Schwarz-Weiß-Muster zu unterziehen: Bibel vs. mediale Welt. Meistens ist die Realität aber viel komplexer, als die Autoren das wahrhaben wollen.

Aus heutiger Perspektive kommt ‚Der Griff nach unseren Kindern‘ aber auch eine ungewollt komische und unterhaltsame Perspektive zu. Internet und Smartphones gab es damals noch nicht. He-Man & Co. als mögliche Einführung in okkulte Praktiken zu begreifen (Diesseits-Jenseits-Verschmelzung) kann angesichts heutiger medialer ‚Verführungen‘ kein Mensch mehr wirklich ernstnehmen.

Katrin Ledermann & Ulrich Skambraks: Der Griff nach unseren Kindern – Einblicke in ein (un)heimliches Erziehungsprogramm. Asslar 4. Auflage 1989 (Verlag Schulte & Gerth), 279 Seiten.

Auspackfreuden #002 – Oder: Aus Freud wird Leid!

23. Mai 2012

Tja, das war wohl nix! Dachte ich bis zuletzt, auf dem MOC-Wege eine lose Mint-Figur erwerben zu können, so war der Traum bei Saurod nach kurzer Zeit ausgeträumt. Zu schlecht ist das Beingummi-Material, welches bei diesem Burschen aus Kunststoff besteht. Nach über 25 Jahren ist die Beinverbindung trotz ihrer MOC-Konservierung porös geworden. Nach ca. zehn Minuten sind die Treter einfach abgefallen. Na sowas?!

Auspackfreuden #001 – Oder: Wann ist MOC auch MINT?

02. Mai 2012

Wer Mint-Figuren haben will, der kommt ab und an nicht drum herum selbst Hand anzulegen. Ramponierte MOCs sind dazu am besten geeignet. Doch auch das Selbstauspacken fördert nicht unbedingt eine Mint-Figur zu Tage. Man muss letztlich Abstriche machen, sonst kommt man nie ans Ziel.

Bleichen vergilbter Figuren

04. März 2012

Inspiriert von Experimenten in einschlägigen Internetforen, vergilbte Blister bzw. Figuren zu bleichen, habe auch ich mich einmal daran versucht. Zwei verranzte Gesellen aus der MotU-Bastelkiste mussten dafür herhalten: ein malaysischer Prince Adam und ein Snout Spout unbekannter Herkunft.

Die große Hoffnung: Der Gilb verschwindet und die Figuren nehmen keinen sichtbaren Schaden (Ausbleichen anderer Körperteile, Farbabplatzungen usw.). Das Ergebnis: Beeindruckend! Die Vergilbungen sind weg und die Figuren immer noch heil!

Jetzt kann’s mit dem Bleichen der wertvolleren Figuren losgehen …

Die Vorgehensweise: Nachmachen auf eigene Gefahr!

1. Wasserstoffperoxid aus der Apotheke besorgen – am besten 6%-iges. Ich habe gleich 1 Liter gekauft.

2. Das Wasserstoffperoxid in ein transparentes Glasgefäß füllen. Achtung: Wer ganz sicher gehen will, achtet auf Sicherheit – d.h. Handschuhe und Schutzbrille anziehen. Das Zeug ist prinzipiell reizend für Augen und Haut.

3. Das Ganze dem UV-Licht aussetzen. Normales Tageslicht reicht (Fensterbank), egal ob die Sonne scheint oder nicht.

4. Warten, warten, warten … Achtung: Beim Bleichen bzw. unter UV-Einwirkung entsteht Sauerstoff. D.h. im Ergebnis den Behälter regelmäßig ‚lüften‘ (täglich) oder erst gar nicht verschließen!

Ein Wermutstropfen gibt es allerdings:  1 Liter H2O2 (6%) kostet in der Apotheke ca. € 15.

ebay-Kleinanzeigen-Schwätzer

10. Februar 2012

Die Preistreiberei auf ebay ist ja nun seit Jahren schon im Gange. Das kostenlose Pendant ebay-Kleinanzeigen bietet für den Sammler eine lohnenswerte Alternative, um günstiger an das ein oder andere heranzukommen. Aber auch diese Zeiten ändern sich zusehends:

Zunächst einmal erstaunt und erfreut es mich doch sehr, dass wohl noch immer viele Sammlungen in Kellern und auf Dachböden schlummern und als ‚eBay-Kleinanzeige‘ das Licht der Welt erneut erblicken und somit auf den Sammlermarkt dringen. Nur gibt es da immer öfter einen Haken: Leider nehmen diese sog. Dachboden- und Kellerfinder das ursprüngliche Motto der Spielzeug-Serie abermals wörtlich: ‚Willkommen im Reich der Fantasie!‘
Denn die gestern zufällig auf dem Dachboden gefundene He-Man-Sammlung, wird mal eben schnell zu einem völlig überzogenen Fantasiepreis angeboten! Tja! Die Sachen könnten ja heute besonders viel wert sein, gell?! Aber man weiß es ja selber nicht. Zu lange ist man aus dem Spielen raus. Und mit dem Sammeln will man schließlich auch nicht anfangen. Also, weg damit! Um bloß keinen Fehler zu machen und etwa den ‚ollen‘ Plastikkram zu günstig herzugeben (hat ja bestimmt enormen Sammlerwert), werden aus dem Handgelenk mal locker z.B. € 400 veranschlagt – für eine größere handvoll unvollständiger Figuren nebst dem ein oder anderen Fahrzeug!

Was diese Verkäufer nicht wissen ist, dass sie sich in der Sammlergemeinde der absoluten Lächerlichkeit preisgeben! In einschlägigen Internet-Foren belustigt man sich über diese Leute – zurecht! Noch lustiger wird es dann, wenn nach Ablauf der regulären Angebotszeit, dasselbe Angebot für die Hälfte wieder eingestellt wird. Preissturz um 50 %. „Wer jetzt nicht zugreift, ist selber Schuld.“ Netter Versuch – leider immer noch zu teuer.

Ich hoffe sehr, dass diese Leute mit ihren Preisvorstellungen auf ihrem Kram sitzen bleiben und verstehen, dass man sich nicht an allem in dieser Welt eine ‚goldene Nase‘ verdienen kann.

30 Jahre ‚Masters of the Universe‘ …

07. Februar 2012

… und Der Spiegel hat’s auch bemerkt! Ach was?! Im Februar 1982 erschienen bekanntermaßen die ersten Figuren in den US-amerikanischen Läden. Das MotU-Jubiläumsjahr kann also nunmehro als offiziell eröffnet gelten. Selbst Der Spiegel widmet sich in seinem Zeitgeschichten-Magazin einestages diesem Ereignis und würdigt es mit einem knappen Entstehungs- und Charakterbericht. Nichts, was sowieso schon bekannt gewesen wäre. Aber immerhin! Es ist Der Spiegel der hier schreibt und nicht die Bild-Zeitung. Der vollständige Artikel befindet sich hier.