Sollbruchstellen?! Oder: Nicht Schwarzsehen beim Weißbruch…

Auch das kennen sicherlich viele: Unser Lieblingsspielzeug zeigt an bestimmten Stellen weiße Verfärbungen. Dieses Phänomen wird Weißbruch genannt und tritt sehr häufig bei eingefärbten Kunststoffen auf; also bei solchen, aus denen unsere Helden gefertigt sind.

Für die Entstehung von Weißbruch (auch stress whiting oder crazing) gibt es unterschiedliche aber wohl miteinander zusammenhängende Erklärungsmodelle:

1. Normalerweise ist der Kunststoff in seiner Ausgangsform milchig weiß. Während das Färbens verteilen sich die Farbpigmente gleichmäßig im Material. Vergrößert man anschließend an einer Stelle die Oberfläche (durch mechanischen Beeinflussung, z.B. Biegen), verringert sich an dieser Stelle die Anzahl der Farbpigmente, wodurch der Kunststoff sein ‚ursprüngliches‘ Weiß zeigt.

2. Weißbruch entsteht durch das Verstrecken des Plastiks (z.B. durch Biegen). Dadurch kommt es zur Mikrorissbildung im Kunststoff und zu einzelnen extrem ‚überstreckten‘ Molekülsträngen, die als weiße Verfärbung sichtbar werden.

3. Weißbruch entsteht als Folge der Kavitation (Aushöhlung) der im Kunststoff vorhandenen Kautschukteilchen. Das bedeutet, dass durch mechanische Beanspruchung der Spielzeuge, der Kautschuk im Kunststoff in mikroskopisch kleinen Teilen langsam deformiert wird.

Was tun? – Persönliche Empfehlung

Weißbruch ist zunächst einmal keine Katastrophe, wenngleich er nicht schön anzusehen ist. Denn in der Regel sind die Spielzeuge trotz Weißbruch immer noch recht stabil bzw. intakt. Nichts desto trotz bedeutet er eine Vorschädigung des Materials. Dessen sollte man sich bewusst sein.

Die Weißbruchstellen zu entfernen (so wie man austretenden Weichmacher entfernen kann) ist leider nicht möglich. Es gilt, pfleglich mit den Stücken zu sein und das heißt: a. wenig bis keine mechanische Beanspruchung und b. Hin und wieder Einsatz von Pflegemitteln (z.B. Universalöl von Ballistol).

 

3 Antworten zu “Sollbruchstellen?! Oder: Nicht Schwarzsehen beim Weißbruch…”

  1. Heinz Gunslinger sagt:

    Bin zufällig bei der Suche nach Bildern vom Weißbruch auf diese Seite gestoßen.
    Die Erklährung 2 ist die einzig richtige, die andern beiden sind Quatsch.

    Begründung:
    (1) Farbpartikel sind viel zu groß um im Material beweglich zu sein, außerdem tritt die Weißfärbung auch bei transparenten, also nicht weißen, nicht eingefärbten Kunststoffen auf.

    (3) Der Weißbruch tritt auch bei Kunststoffen ohne Kautschuk auf.

    Die Weißfärbung ist der optische Effekt, der durch mikroskopisch kleine Risse im Material hervorgerufen wird. Dadurch ändern sich die optischen Eigenschaften an dieser Stelle (Lichtbrechung am Riss) und der Kunststoff erscheint an dieser Stelle heller.

    Man kann den Weißbruch zwar nicht ausheilen, aber wieder unsichtbar machen. Dazu muss man nur die Stelle vorsichtig mit einem Fön oder Heißluftgebläse erwärmen (nicht zu stark sonst schmilzt oder verformt sich der Kunststoff), dann schließen sich die Risse wieder.

    • motublog sagt:

      Vielen Dank für Ihre erhellende Informationen. Ich bin leider kein Kunststoffexperte. Die unterschiedlichen Erklärungen zur Weißbruchbildung sind das Ergebnis einer Recherche. Was davon stimmig ist und was eher als wissenschaftlicher Nonsens zu betrachten ist, kann ich leider nicht beurteilen. Insofern noch einmal: Danke für Ihren Beitrag.

    • Marina M. sagt:

      Lieber Herr Gunslinger, vielen Dank für die interessante Korrektur. Könnten Sie vielleicht auch sagen bei welchen Kunststoffen tretten diese kleine Risse (Weißbruch!) auf und bei welchen nicht? Was ist der Grund für Weißbruchentstehung?
      Großen Dank im Voraus!

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